Nackenschmerzen
Ursachen, Diagnose und
moderne Therapie
Nackenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerdebildern in Deutschland. Sie entstehen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und können die Beweglichkeit im Alltag deutlich einschränken. Je nach Ursache treten die Schmerzen lokal begrenzt oder mit Ausstrahlung in Schultern und Arme auf. Nackenschmerzen können akut auftreten oder chronisch werden und über Monate andauern.
Unbehandelt beeinflussen sie häufig die Leistungsfähigkeit, Schlafqualität und Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Eine frühzeitige, zielgerichtete Behandlung ist daher besonders wichtig.
Arten von Nackenschmerzen
Man unterscheidet zwei Hauptformen:
Axiale Nackenschmerzen
- lokal begrenzt
- dumpf, stechend oder ziehend
- häufig begleitet von Muskelverspannungen
Radikuläre Nackenschmerzen
- Ausstrahlung in Schulter, Arm oder Hand
- Kribbeln, Taubheitsgefühl, elektrisierende Schmerzen
- Folge einer Nervenwurzelreizung (z. B. Bandscheibenvorfall, Foramenstenose)
Wie fühlen sich Nackenschmerzen an?
Betroffene berichten häufig über:
anhaltende, ziehende oder brennende Schmerzen
eingeschränkte Beweglichkeit
erhöhte Druckempfindlichkeit im Nackenbereich
Kopfschmerzen, Schwindel oder Ausstrahlung in die Arme
ausgeprägte Muskelverspannungen
Diese Symptome geben Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache.
Wer ist besonders betroffen?
Jede dritte Person hat mindestens einmal pro Jahr Nackenschmerzen
Frauen häufiger als Männer
Risiko steigt mit zunehmendem Alter
Büroangestellte, Personen mit langem Sitzen oder einseitigen Belastungen
Ursachen von Nackenschmerzen
Nackenschmerzen haben zahlreiche mögliche Auslöser. Zu den häufigsten gehören:
Degenerative Veränderungen
- Bandscheibenverschleiß
- Arthrose der kleinen Wirbelgelenke
- Spinalkanalstenose
- Vorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle
Verletzungen
- Schleudertrauma
- Sturz- oder Sportverletzungen
Muskel- und Haltungsprobleme
- Fehlhaltungen, z. B. bei PC-Arbeit
- „Handy-Nacken" (Text-Neck-Syndrom)
- Überbeanspruchung durch schweres Heben oder wiederholte Bewegungen
Psychische Belastungen
- Stress und innere Anspannung → führen oft zu Muskelverkrampfungen
Seltene Ursachen
- Tumore
- Infektionen, z. B. Meningitis
- Osteoporose
- Autoimmunerkrankungen
Eine präzise Diagnostik ist entscheidend, um unnötige Therapien zu vermeiden.
Diagnose von Nackenschmerzen
Anamnese
- Schmerzbeginn und Verlauf
- Schmerzcharakter
- bekannte Erkrankungen
- berufliche Belastungen
- frühere Unfälle
Körperliche Untersuchung
- Beweglichkeit der HWS
- Muskelkraft und Reflexe
- Tastbefund und Schmerzpunkte
- neurologische Auffälligkeiten
Bildgebende Untersuchung
- Röntgen: knöcherne Veränderungen
- MRT: Bandscheiben, Nervenwurzeln, Weichteile
- CT: detaillierte Wirbelsäulenabbildung
Weitere Diagnostik (falls notwendig)
- Elektromyographie (EMG)
- Nervenleitgeschwindigkeit
- Myelographie
- diagnostische Infiltrationen
Diese kombinierten Verfahren erlauben eine sichere Einordnung der Beschwerden und die Erstellung eines individuellen Therapiekonzeptes.
Behandlung von Nackenschmerzen
Die Therapie richtet sich nach der Ursache – grundsätzlich gilt: Konservativ vor operativ.
Medikamentöse Therapie
- Schmerzmittel und Entzündungshemmer (NSAID)
- Muskelrelaxanzien
Physiotherapie
- Dehn- und Mobilisationsübungen
- isometrische Kräftigung der Nacken- und Schultermuskulatur
- Haltungsschulung
- manuelle Therapie
Injektionstherapie
Bei Nervenwurzelreizungen oder Facettengelenkbeschwerden können wir gezielt einsetzen:
- PRT (periradikuläre Therapie)
- epidurale Injektionen
- Facettengelenksinfiltrationen
Diese minimalinvasiven Maßnahmen sind besonders wirksam bei radikulären Schmerzen.
TENS-Therapie
Elektrische Stimulation zur Reduktion von Schmerzsignalen.
Wärmetherapie / Kältetherapie
- Wärme für Verspannungen
- Kälte bei akuten Entzündungen
Alternative Verfahren
- Akupunktur
- Massagetherapie
Operative Therapie
Eine Operation wird nur bei klaren Indikationen erwogen, z. B.:
- schwere neurologische Ausfälle
- anhaltende Armschmerzen trotz Therapie
- Bandscheibenvorfälle mit hochgradiger Nervenkompression
Langfristige Strategien zur Vorbeugung
Rauchstopp: verbessert die Heilung der Wirbelsäule
Gewichtsreduktion bei Übergewicht
Stressreduktion (Yoga, Meditation, Sport, Atemtechniken)
Regelmäßiges Krafttraining für Schulter- und Nackenmuskulatur
Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
Diese Maßnahmen stabilisieren die Halswirbelsäule nachhaltig und senken das Risiko für wiederkehrende Schmerzen.
Ihr Ansprechpartner bei Nackenschmerzen
Als spezialisierte neurochirurgische Praxis bieten wir eine umfassende Diagnostik und moderne, individuell abgestimmte Therapiekonzepte für akute und chronische Nackenschmerzen.
Wir sind gerne für Sie da