Schwindel ist ein häufiges und für Betroffene sehr belastendes Symptom. Er kann plötzlich auftreten oder sich schleichend entwickeln und geht nicht selten mit Unsicherheit beim Gehen, Übelkeit, Konzentrationsstörungen oder Angst einher. Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist eine gezielte Abklärung der Ursache.

Mögliche Ursachen von Schwindel

Schwindel ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom mit unterschiedlichen Auslösern. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

Störungen des Gleichgewichtsorgans (vestibulärer Schwindel)

z. B. gutartiger Lagerungsschwindel, Neuritis vestibularis, Morbus Menière

Neurologische Ursachen

z. B. Durchblutungsstörungen, Migräne, selten entzündliche oder raumfordernde Prozesse

Internistische Ursachen

z. B. Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen, Stoffwechselstörungen

Psychogener Schwindel

häufig im Rahmen von Angststörungen oder chronischer Belastung

Zervikogener Schwindel (HWS-bedingter Schwindel)

eine wichtige und oft unterschätzte Ursache

Diagnostik

Die Abklärung von Schwindel erfordert eine sorgfältige Anamnese und klinische Untersuchung. Je nach Verdacht können folgende Schritte sinnvoll sein:

Ziel ist es, gefährliche Ursachen sicher auszuschließen und die schwindelauslösende Struktur eindeutig zu identifizieren.

Therapieoptionen

Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache des Schwindels:

Konservative Therapie

  • Physiotherapie (insbesondere bei zervikogenem Schwindel)
  • gezielte Haltungs- und Stabilisationsübungen
  • manuelle Therapie
  • medikamentöse Therapie bei Bedarf

Schmerz- und Infiltrationstherapie

bei muskulären oder degenerativen Ursachen der HWS

Verhaltenstherapeutische Ansätze

bei chronischem oder psychogenem Schwindel

Eine operative Therapie ist nur in seltenen, klar definierten Fällen erforderlich.

Verhaltensempfehlungen für Betroffene

Vermeiden Sie ruckartige Kopfbewegungen

Achten Sie auf eine ergonomische Haltung im Alltag

Regelmäßige Bewegung ist sinnvoll, Schonung meist kontraproduktiv

Bei neu aufgetretenem, starkem oder zunehmendem Schwindel sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen

Zusammenfassung

Schwindel hat viele mögliche Ursachen und erfordert eine differenzierte Diagnostik. Der zervikogene Schwindel stellt eine häufige, gut behandelbare Form dar, insbesondere bei Patienten mit Nacken- und Wirbelsäulenbeschwerden. Eine frühzeitige, gezielte Therapie kann die Beschwerden deutlich lindern und die Lebensqualität verbessern.