Wirbelgleiten (Spondylolisthesis / Listhese) Ursachen, Symptome und moderne Behandlung
Spondylolisthesis, auch Wirbelgleiten genannt, beschreibt das Abgleiten eines Wirbelkörpers aus seiner normalen Position. Dadurch entsteht eine Fehlstellung der Wirbelsäule, die zu Schmerzen, Nervenreizungen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Betroffen ist häufig die Lendenwirbelsäule, seltener die Halswirbelsäule.
Was ist Wirbelgleiten?
Bei der Spondylolisthesis verschiebt sich ein Wirbelkörper gegenüber dem darunterliegenden Wirbel:
Ventrale Spondylolisthesis:
der Wirbel gleitet nach vorne
Dorsale Spondylolisthesis:
der Wirbel gleitet nach hinten
Diese Fehlstellung kann stabil bleiben oder fortschreiten und muss daher individuell beurteilt werden.
Ursachen des Wirbelgleitens
Wirbelgleiten entsteht durch verschiedene strukturelle Veränderungen:
1.
Degenerative Spondylolisthesis
- häufigste Form bei Erwachsenen
- verursacht durch Verschleiß der Bandscheiben und Facettengelenke
- tritt bevorzugt bei älteren Patienten auf
2.
Traumatische Ursachen
- Stürze, Unfälle, Frakturen
- Verletzung des Wirbelbogens oder angrenzender Strukturen
3.
Angeborene (dysplastische) Formen
- Fehlbildungen der Wirbelbögen
- treten oft schon im Jugendalter auf
4.
Überlastungsbedingte Spondylolyse
- durch wiederholte Überstreckungsbewegungen (z. B. Turnen, Gewichtheben)
- kann zur sogenannten isthmischen Spondylolisthesis führen
Einteilung nach Meyerding – Schweregrad des Wirbelgleitens
Die Klassifikation beurteilt den Versatz des Wirbelkörpers in Prozent:
Je höher der Grad, desto größer die Instabilität und desto relevanter die neurologische Gefährdung.
Symptome der Spondylolisthesis
Je nach Schweregrad und Nervenbeteiligung können auftreten:
tiefsitzende Rückenschmerzen
ausstrahlende Schmerzen in Beine oder Gesäß
Spannungsgefühl oder Steifigkeit im unteren Rücken
Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche bei Nervenkompression
Zunahme der Schmerzen bei Belastung, Bücken oder längerem Stehen
In ausgeprägten Fällen kann es zu Gangstörungen oder
Einschränkungen der
Gehstrecke kommen.
Diagnose des Wirbelgleitens
Zur sicheren Diagnosestellung kombinieren wir:
Konservative Behandlung der Spondylolisthesis
Solange keine neurologischen Ausfälle bestehen und die
Beschwerden
kontrollierbar sind, steht die konservative Therapie im
Vordergrund.
1.
Medikamentöse Schmerztherapie
- gezielte, angepasste Schmerzmittel
- entzündungshemmende Medikamente
2.
Physiotherapie
- Kräftigung der Rücken- und Rumpfmuskulatur
- Stabilisationstraining
- Haltungsschulung
- Verbesserung der Beweglichkeit
3.
Rückengymnastik
- regelmäßiges, selbstständiges Training
- langfristige Stabilisation der Wirbelsäule
- wichtiger Bestandteil jeder Therapieform
4.
Infiltrationen (bei Bedarf)
- Facettengelenksinfiltrationen
- Periradikuläre Therapie (PRT) bei radikulären Schmerzen
Konservative Behandlungen sind in vielen Fällen langfristig erfolgreich.
Symptome der Spondylolisthesis
Je nach Schweregrad und Nervenbeteiligung können auftreten:
tiefsitzende Rückenschmerzen
ausstrahlende Schmerzen in Beine oder Gesäß
Spannungsgefühl oder Steifigkeit im unteren Rücken
Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche bei Nervenkompression
Zunahme der Schmerzen bei Belastung, Bücken oder längerem Stehen
In ausgeprägten Fällen kann es zu Gangstörungen oder
Einschränkungen der
Gehstrecke kommen.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Eine operative Therapie wird empfohlen bei:
Ziel des Eingriffs ist die Stabilisierung der Wirbelsäule und – falls notwendig – die Dekompression der Nervenstrukturen.
Mögliche Operationsverfahren:
- Spondylodese (Versteifung/Instrumentierung)
- Dekompression bei Nervenkompression
- Kombination aus Stabilisierung + Dekompression
Die Wahl der Methode richtet sich nach dem Schweregrad, den Beschwerden sowie dem individuellen Patientenprofil.
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