Bandscheibenvorfall
moderne Diagnose und schonende
Therapie ohne Operation
Bandscheibenvorfall
Ein Bandscheibenvorfall gehört zu den häufigsten Ursachen für starke Rücken- und Beinschmerzen. In Deutschland werden jährlich über 250.000 Operationen durchgeführt – jedoch ist ein Großteil dieser Eingriffe nicht notwendig.
In vielen Fällen führen zu ebenso guten, oft sogar besseren Ergebnissen als eine sofortige Operation.
Was Sie wissen sollten
- Ein Bandscheibenvorfall kann unterschiedlichste Beschwerden verursachen
- Viele Vorfälle – insbesondere bei älteren Menschen – verlaufen ohne Symptome
- Nicht jeder Vorfall benötigt eine Behandlung
- Eine präzise Diagnose durch einen spezialisierten Wirbelsäulenexperten ist entscheidend
Typische Symptome bei Bandscheibenvorfall
Ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) kann auftreten im Bereich von Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule. Besonders häufig betroffen ist die Lendenwirbelsäule.
Typische Beschwerden sind:
- Starke, stechende Rückenschmerzen (Lumbalgie)
- Ausstrahlende Schmerzen in Arme/Hände (bei HWS) oder Beine/Füße (Ischialgie)
- Belastungsabhängige Schmerzen, verstärkt durch Husten oder Niesen
- Muskelverspannungen, Schutz- oder Fehlhaltungen
- Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheit oder Kältegefühl
- Neurologische Ausfälle (Warnzeichen): Lähmungen, Gangunsicherheit, Blasen- oder Mastdarmstörungen
Wichtig: Ein Bandscheibenvorfall ist nicht gleichzusetzen mit einem Hexenschuss. Neurologische Auffälligkeiten (z. B. Fußheberschwäche, Gefühlsverlust) müssen immer ärztlich abgeklärt werden.
Konservative Behandlung: In 90 % der Fälle erfolgreich
Unser Ziel ist es, eine Operation möglichst zu vermeiden. Die Therapie richtet sich nach Schmerzintensität, Nervenbeteiligung und funktionellen Einschränkungen.
1. Medikamentöse Schmerztherapie
Gezielte Gabe von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten reduziert akute Beschwerden und verhindert Schonhaltungen, die zu weiteren Muskelverspannungen führen.
2. Wärmebehandlung
Fördert die Durchblutung und lockert verspannte Muskulatur.
3. Minimalinvasive Injektionstherapien
Diese präzisen, bildgesteuerten Verfahren gehören in unserer Praxis zu den effektivsten nichtoperativen Behandlungsformen:
- Epidurale Injektionen: Entzündungshemmung im betroffenen Wirbelsäulenabschnitt.
- Periradikuläre Therapie (PRT): Medikamentengabe direkt an die gereizte Nervenwurzel.
- Facettengelenksinfiltration: Gezielte Behandlung der kleinen Wirbelgelenke bei begleitender Arthrose.
Vorteile dieser Techniken:
- schnelle Schmerzlinderung
- geringe Medikamentendosis
- ambulant durchführbar
- oft Alternative zur Operation
4. Physiotherapie und Stabilisationstraining
Besonders wichtig bei Bandscheibenvorfällen:
- isometrische Kräftigungsübungen
- Haltungsschulung
- Aufbau der tiefen Rückenmuskulatur
- Verbesserung der Beweglichkeit
Regelmäßige Therapie kann Rückfälle nachweislich reduzieren.
Wann ist eine Operation notwendig?
Eine Operation wird nur dann in Erwägung gezogen, wenn:
- Schmerzen trotz konsequenter Therapie über Wochen bestehen
- starke Ausstrahlung in Arme oder Beine mit Sensibilitätsverlust vorliegt
- Lähmungen auftreten
- Blasen- oder Mastdarmstörungen bestehen (Notfall)
Falls ein Eingriff erforderlich ist, erfolgt dieser mikrochirurgisch, schonend und mit sehr kleinen Hautschnitten. Dabei wird der vorgefallene Bandscheibenanteil entfernt, um die Nervenwurzel zu entlasten.