Wirbelkörperfrakturen
Ursachen, Symptome und
moderne Behandlungsmethoden

Eine Wirbelkörperfraktur entsteht entweder durch eine äußere Krafteinwirkung (z. B. Unfall, Sturz) oder aufgrund einer geschwächten Knochenstruktur. Letzteres ist besonders häufig bei älteren Menschen und bei Patientinnen und Patienten mit Osteoporose. Eine frühzeitige Diagnose und zielgerichtete Therapie sind entscheidend, um Schmerzen zu reduzieren und die Stabilität der Wirbelsäule wiederherzustellen.

Ursachen von Wirbelkörperfrakturen

Wirbelkörper können geschwächt oder instabil werden durch:

1

Osteoporose

  • häufigste Ursache
  • verringerte Knochendichte → erhöhte Bruchanfälligkeit
  • Frakturen oft ohne Sturz möglich („Low-Impact-Fraktur")
2

Tumoren und Metastasen

  • bösartige Veränderungen schwächen die Knochen
  • pathologische Frakturen oft erstes Symptom
3

Spondylitis / entzündliche Wirbelkörpererkrankungen

  • führen zu Instabilität und Strukturverlust
4

Osteomalazie

  • Erweichung des Knochens durch Vitamin-D-Mangel oder Stoffwechselstörungen
5

Rheumatische Erkrankungen

  • z. B. rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew

Diese Erkrankungen können dazu führen, dass Wirbelkörper ohne ersichtliches Trauma brechen.

Symptome: Wie äußert sich eine Wirbelkörperfraktur?

  • akut einsetzende Rückenschmerzen
  • Verstärkung der Schmerzen bei Bewegung oder Belastung
  • lokale Druckschmerzen
  • verringerte Beweglichkeit
  • sichtbare Fehlhaltung / Rundrücken (bei osteoporotischen Frakturen)
  • in schweren Fällen: Taubheitsgefühle oder Lähmungen durch Nervenkompression

Diagnose von Wirbelkörperfrakturen

Zur sicheren Abklärung und genauen Einordnung kommen folgende Verfahren zum Einsatz:

  • klinisch-neurologische Untersuchung
  • Röntgen der Wirbelsäule
  • MRT zur Beurteilung von Frischezeichen, Ödem, Weichteilen
  • CT zur genauen Klassifikation der Fraktur
  • Knochendichtemessung (DXA) bei Verdacht auf Osteoporose

Behandlung von Wirbelkörperfrakturen

Die Therapie richtet sich nach Art, Schweregrad, Stabilität und individuellen Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen und Mobilität.

1

Konservative Behandlung (bei stabilen Frakturen)

Ruhigstellung / Entlastung

  • Schonung
  • ggf. Orthesen/Korsett zur Stabilisierung
  • schmerzlindernde Maßnahmen

Physiotherapie

  • Aufbau der Rückenmuskulatur
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • gezielte Schmerzreduktion
  • rückenschonende Alltagstechniken

Konservative Therapien sind bei vielen osteoporotischen Kompressionsfrakturen ausreichend.

2

Minimalinvasive und operative Verfahren

Kyphoplastie

  • minimalinvasives Verfahren
  • Einbringen eines Ballons in den gebrochenen Wirbel
  • Wiederaufrichtung → Auffüllen mit Knochenzement
  • schnelle Schmerzreduktion, sofortige Stabilität

Vertebroplastie

  • direkte Zementauffüllung zur Stabilisierung (ohne Ballon)

Wirbelkörperersatz

  • bei stark zerstörten, instabilen oder tumorbedingten Frakturen
  • Ersatz des Wirbels durch ein Titanimplantat

Stabilisierung (Spondylodese)

  • Schrauben- oder Stabimplantate zur Wiederherstellung der Stabilität
  • häufig bei mehrsegmentalen oder instabilen Frakturen

Ziel ist immer die rasche Stabilisierung zur Vermeidung neurologischer Schäden.

Ziele der Behandlung

Stabilität der Wirbelsäule wiederherstellen

Schmerzen reduzieren

Nerven entlasten

Beweglichkeit erhalten oder verbessern

Folgekomplikationen verhindern

Bei osteoporotischen Frakturen ist außerdem eine konsequente Osteoporosetherapie wichtig (Basistherapie + spezifische medikamentöse Therapie).

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